Berichte/Archiv 2004
Solidarität mit den Not leidenden Menschen in Südasien
Westfälische Landeskirche stellt 80.000 Euro Soforthilfe für Flutopfer zur Verfügung
Das Seebeben hat in Südasien - wie hier auf Sri Lanka - schwere Spuren hinterlassen. Die
Menschen vor Ort sind jetzt auf weltweite Solidarität und Unterstützung angewiesen. Auch
aus Deutschland. Foto: dpa
Bielefeld. Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) stellt der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) 80.000 Euro Soforthilfe für die Opfer des verheerenden Seebebens vor der indonesischen Insel Sumatra zur Verfügung. Gleichzeitig riefen der theologische Vizepräsident Dr. Hans-Detlef Hoffmann und Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, Ökumenedezernent im Landeskirchenamt, Gemeinden und Gemeindeglieder zu Spenden, Kollekten und Fürbitte auf: Die Menschen in der Krisenregion brauchen jetzt unsere Unterstützung. Häuser wurden zerstört, Existenzen vernichtet, ganze Familien ausgelöscht. Lassen wir unsere Brüder und Schwestern in Südasien jetzt nicht allein. Zeigen wir Ihnen unsere Solidarität durch Gebet und materielle Unterstützung. Die VEM, der auch die westfälische Kirche angehört, hat enge Kontakt zu den Menschen vor Ort und bürgt dafür, dass Ihre Hilfe auch wirklich dort ankommt, wo die Not derzeit am größten ist.
Sri Lanka und Nordsumatra gehören zu den am
schwersten von dem Seebeben am 26. Dezember 2004 und der darauf folgenden Flutwelle
betroffenen Regionen Südasiens Gebiete, zu denen die VEM schon seit Jahren enge
Beziehungen pflegt. In Sri Lanka sind etwa 5.000 bis 6.000 Menschen ums Leben
gekommen. Viele Tausende haben all ihren Besitz verloren und sind obdachlos,
berichtete Noel Fernando, der Präsident der Methodistischen Kirche von Sri Lanka, in
einer ersten Reaktion. Auf Sumatra sind besonders die Nordwestküste und die vorgelagerten
Inselgruppen betroffen. Nach Angaben des Regionalkoordinators der VEM, Dr. Robinson
Butarbutar, sind in diesen Gebieten knapp 1.000 Menschen ums Leben gekommen. Viele
Obdachlose haben in Kirchen und öffentlichen Gebäuden Zuflucht gesucht. Auch die zu
Nordsumatra gehörenden Inselgruppen Mentawi und Nias, auf denen Mitgliedskirchen der VEM
leben, sind über große Strecken verwüstet.
Die dortigen protestantischen Kirchen haben inzwischen Pfarrer in die Katastrophengebiete
geschickt, um einen Überblick zu erhalten, wo die Hilfe auch der deutschen
Partnerkirchen am nötigsten ist. Zu ihnen gehört auch Dr. Minda Perangin-Angin,
Ökumenedezernentin der Karo-Batak-Kirche, die auf dem Weg in die Krisenprovinz Banda Aceh
im Norden Sumatras ist und Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, der gemeinsam mit Präses
Alfred Buß und einer Delegation der Kirchenleitung erst im September in Südostasien war,
in den kommenden Tagen per E-Mail über die Lage vor Ort informieren wird.
Die Evangelische Kirche von Westfalen bittet um Spenden auf das Konto 10 10972 015 der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Stichwort Flutopfer, bei der KD-Bank (BLZ 350 601 90).
Die Vereinte Evangelische Mission ist eine internationale
Kirchengemeinschaft, zu der sich 34 Kirchen aus Afrika, Asien und Deutschland
zusammengeschlossen haben. Sitz der 1996 gegründeten VEM ist Wuppertal.
"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt."
Abschied von Rev. Prof. Carsten Peter Thiede
Am Mittwoch, den 22. Dezember 2004 fand in der Abdinghofkirche die
Trauerfeier für den am 14. Dezember so plötzlich im Alter von 52 Jahren verstorbenen
Reverend Professor Carsten Peter Thiede statt.
Prof. Thiede hatte noch wenige Tage vor seinem Tod gemeinsam mit weiteren britischen
Militärgeistlichen und dem Pfarrer der Abdinghofkirche den Christingle-Gottesdienst als
traditionellen vorweihnachtlichen deutsch-britischen Familiengottesdienst in unserer
Kirche gefeiert und dort auch in englischer Sprache gepredigt. Er war der
evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Paderborn, der Gemeinde am Abdinghof, dem
Johannesbezirk und der Lutherschule sehr verbunden. Immer wieder gab es anlässlich von
Gottesdiensten, Konzerten und Veranstaltungen freundschaftliche Kontakte und Begegnungen.
Ihm lag sehr viel daran, den Kontakt zwischen britischer Militärgemeinde und
evangelischer Kirchengemeinde aufrechtzuerhalten. Die evangelisch-lutherische
Kirchengemeinde verliert mit ihm einen in ökumenischer Weise verbundenen Bruder in
Christus. Unser Mitgefühl und unsere Trauer gilt in besonderer Weise seiner Familie,
seiner Ehefrau Franziska und seinen Kindern Miriam, Emily und Frederick. Mit ihnen
trösten wir uns in der Gewißheit des Glaubens, wie sie im Buch Hiob zum Ausdruck kommt:
"Ich weiß, dass mein Erlöser lebt." (Hiob 19,25)
Dr. Eckhard Düker, Pfarrer
Foto : Christingle-Gottesdienst in der Abdinghofkirche, ganz rechts Prof. Carsten Peter
Thiede
Historiker und Papyrologe Carsten Peter Thiede verstorben
Paderborn/Basel (epd). Der Historiker, Papyrologe und Literaturwissenschaftler Carsten
Peter Thiede ist mit 52 Jahren überraschend verstorben. Der Wissenschaftler, der auch als
anglikanischer Militärkaplan der britischen Streitkräfte in Paderborn tätig war, sei am
Dienstag einem Herzinfarkt erlegen, bestätigte eine Sprecherin der Staatsunabhängigen
Theologische Hochschule in Basel am Donnerstag dem epd. Der Wissenschaftler wurde unter
anderem durch seine Veröffentlichung "Der Jesus-Papyrus" sowie mit der
Lokalisierung des im Neuen Testament erwähnten Dorfes Emmaus in der Nähe von Jerusalem
international bekannt.
Der in Berlin geborene Thiede unterrichtete zuletzt an der Staatsunabhängigen
Theologischen Hochschule Basel. Außerdem hatte er seit 1998 einen Lehrauftrag an der
Ben-Gurion-Universität in Israel. Zuvor war der dem evangelikalen Spektrum nahe stehende
Wissenschaftler Studienleiter der Christlichen Medienakademie in Wetzlar sowie Leiter des
Instituts für wissenschaftliche Grundlagenforschung am Deutschen Institut für Bildung
und Wissen in Paderborn.
In dem Buch "Das Jesus-Papyrus" datierte Thiede das Matthäusevangelium auf die
Mitte des ersten Jahrhunderts und damit deutlich früher als die übrige Bibelforschung.
Nach seinen Untersuchungen an drei originalen Papyrusfragmenten, die er in der
Universitätsbibliothek in Oxford entdeckt hatte, hätte der Autor des
Matthäusevangeliums Augenzeuge oder Zeitgenosse von Jesus sein können. (16.12.2004)
60 Jahre Frauenhilfe am Abdinghof
Das 60jährige Bestehen ihrer Frauenhilfe beging die
evangelisch-lutherische Kirchengemeinde am Abdinghof am Donnerstag, den 11. November mit
einem Gottesdienst in der Abdinghofkirche unter dem Thema "Sollt ich meinem Gott
nicht singen?"
Pfarrer Eckhard Düker erinnerte an die Gründung im Herbst 1944, als der damalige Pfarrer
Hans-Dietrich Mittorp mit den Bezirksfrauen Hilfe für Flüchtlinge organisierte. 1946
engagierten sich 120 Frauen für notleidende Menschen, den Wiederaufbau der Abdinghofkirche und im Besuchs-
und Sammlungsdienst
Nach dem Gottesdienst fand eine Festversammlung im Paul-Gerhardt-Haus statt. Barbara
Masurek und Helga Becker konnten als Vorsitzende der Frauenhilfe am Abdinghof rund 100
Frauen aus den sechs Paderborner Frauenhilfen begrüßen, des Weiteren auch Gäste aus der
katholischen Frauengemeinschaft St. Liborius. Suse Anthony überbrachte die Grüße des
Bezirksverbandes. Irene Harder von der Frauenhilfe Westfalen hielt einen kurzweiligen
Vortrag über Humor in der Kirche.
Foto: v.l.n.r. Barbara Masurek, Pfarrer Eckhard Düker, Helga Becker, Suse Anthony vor dem Gottesdienst zum 60jährigen Bestehen der Frauenhilfe am Abdinghof.
Auf Luthers Spuren
Kinderbibelwoche 2004 am Abdinghof mit 70 Kindern
Auf die Spur Martin Luthers begaben sich über 70 Kinder im
Grundschulalter gemeinsam mit 17 Mitarbeiter(innen) vom Abdinghof in den Herbstferien.
Fünf Tage lang erlebten sie wichtige Stationen aus der spannenden Lebensgeschichte des
Reformators, erzählt und gespielt aus der Sicht von Luthers Frau Katharina von Bora
(Heike Märtens), Martin Luther (Frank Schubert) und Philipp Melanchthon (Gerd
Krückeberg), musikalisch begleitet von Kantor Martin Hoffmann. Luthers Angst als Mönch
wurde dabei genauso lebendig wie seine befreiende Erfahrung der Liebe Gottes aufgrund
seines Studiums der Bibel. Auf kreative Weise konnten die Kinder in die Erfahrungswelt des
Mittelalters eintauchen: durch Sport und Spiel, mit dem Einstudieren eines Luther-
Rap, in der Zubereitung der Luther-Plätzchen, in der Herstellung von
mittelalterlichem Schmuck und Kleidung und in der Anfertigung von Theaterkulissen. Der
krönende Abschluß ist ein gemeinsames Fest mit den Eltern der Kinder in Erinnerung an
Luthers Heirat mit Katharina von Bora im Jahr 1525. Pfarrer Eckhard Düker, der die
Kinderbibelwoche moderierte, sah Kinder und Mitarbeiter aus Hort, Schulkinderhaus und
Gemeinde mit großer Begeisterung und Engagement bei der Sache: Die Kinder haben auf
altersgemäße Weise entdeckt, welche Bedeutung Luther für den evangelischen Glauben und
die Kirche hat.
Foto links: Die Kinder hören gespannt den Erzählungen von Luthers Frau Katharina von Bora (Heike Märtens) zu.
Foto rechts: Für die Feier von Luthers Hochzeit zum Abschluß der Kinderbibelwoche bereiten Nina, Tim, Viktoria und Leander die Luther-Plätzchen vor.
Ehemaliger Abdinghofpfarrer Hans Dietrich Mittorp verstorben
Am Freitag, den 8. Oktober 2004 verstarb der ehemalige Pfarrer an der Abdinghofkirche, Hans Dietrich Mittorp im Alter von 95 Jahren in Baden-Baden. Pfarrer Dr. Eckhard Düker würdigte Mittorp als einen großen Förderer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, der sich insbesondere um den Wiederaufbau der Abdinghofkirche verdient gemacht habe und als einen engagierten Wegbereiter der Ökumene.
In Gelsenkirchen 1909 geboren und im Pfarrhaus aufgewachsen studierte Mittorp Theologie in Bonn und Berlin und Münster und war anschließend Hilfsprediger u.a. in Dortmund, Soest und Münster. Von 1937 bis 1954 übte er das Pfarramt in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Paderborn aus. Während des Kirchenkampfes hatte er sich der Bekennenden Kirche angeschlossen. Neben seinem Gemeindepfarramt war er auch für die Gefängnisseelsorge und nach Beginn des 2. Weltkrieges ebenfalls für die Soldaten des Kavallerieregimentes in Schloß Neuhaus zuständig. In seiner Paderborner Amtszeit erlebte er gemeinsam mit Pfarrer Arnold Rahe die Zerstörung der Stadt und der Abdinghofkirche im März 1945. Auch sein Pfarrhaus am Bogen wurde 1945 durch Bomben zerstört. Pfarrer Mittorp setzte sich insbesondere für den Wiederaufbau der ausgebrannten und durch schwere Bombentreffer getroffenen Abdinghofkirche ein. In seinen Lebenserinnerungen Violette Erinnerungsfäden berichtete er anschaulich über diese Zeit. Am 17. März 1951 konnte die wiedererbaute Kirche durch Präses Wilm eingeweiht werden. Pfarrer Mittorp feierte einen Tag später seine erste Konfirmation in der festlich geschmückten Abdinghofkirche. Viele Goldkonfirmandinnen und konfirmanden erinnerten sich in den vergangenen Jahren an ihre damalige Konfirmandenzeit. Pfarrer Mittorp gründete 1944 die evangelische Frauenhilfe am Abdinghof und kümmerte sich mit der Bahnhofsmission und dem Evangelische Hilfswerk um die Kriegsheimkehrer. Er hat die lutherische gottesdienstliche Tradition der evangelischen Kirchengemeinde in Paderborn besonders gepflegt und gefördert.
Seine guten Beziehungen zur Ökumene zeigten sich auch darin, dass er 1955 in Dublin und Belfast ein Auslandspfarramt übernahm. Ab 1974 wirkte er als Pfarrer der lutherischen Gemeinde in Florenz. Seinen Ruhestand verlebte er gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria in Bad Säckingen und Baden-Baden. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Paderborn gedenkt in großer Dankbarkeit ihres ehemaligen Pfarrers Hans-Dietrich Mittorp, der zeit seines Lebens mit der Gemeinde am Abdinghof verbunden blieb.
Foto: Pfarrer Hans-Dietrich Mittorp, Paderborner Pfarrer von 1937-1954.
Goldene Konfirmation am Abdinghof
Am Sonntag den 10. Oktober feierten 45
ehemalige Konfirmanden gemeinsam mit Pfarrer Dr. Eckhard Düker in der Abdinghofkirche
einen festlichen Abendmahlsgottesdienst anlässlich ihrer Goldenen (50 Jahre), Diamantenen
(60 Jahre), Eisernen (65 Jahre) und Gnaden- (70 Jahre) Konfirmation. Anschließend
tauschten sie ihre Erinnerungen an ihre Konfirmandenzeit und ihre damaligen Pfarrer Arnold
Rahe und Hans-Dietrich Mittorp aus. 1954 waren 130 Konfirmanden in der Kirche feierlich
eingesegnet worden, 1934 unter Pfarrer Werner Volkening waren es 61 gewesen. Das
Mittagessen fand im St. Johannisstift statt, wo vor 50 Jahren Pfarrer Rahe seinen
Unterricht gehalten hatte. Bei der festlichen Versammlung am Nachmittag im frisch
renovierten Großen Saal des Paul-Gerhardt-Hauses zeigte Pfarrer Düker Bilder aus dem
zerstörten Paderborn und erinnerte an den Wiederaufbau der Abdinghofkirche vor 50 Jahren.
Anhand der schriftlichen Aufzeichnungen von Pfarrer Mittorp, der inzwischen 95jährig in
Baden-Baden lebt, wurde die Vergangenheit wieder lebendig. Die ehemaligen Konfirmanden
freuten sich, dass sie alte Kontakte wieder neu knüpfen konnten.
Mit einem eigenen Stand ist unsere evangelische Kirchengemeinde am
Abdinghof erstmals auf Libori vertreten.
Vor dem Paul-Gerhardt-Haus werden Kaffee und Kuchen, Waffeln und Getränke angeboten
werden.
Der Stand ist täglich von 11 - 18 Uhr geöffnet.
An den Markttagen, der Wochenmarkt findet am Abdinghof statt, ist bereits morgens von 9:00
Uhr an geöffnet.
Pfarrer Eckhard Düker, Küster Frank Schubert und Gemeindemitarbeiterin
Gudrun Kunz laden mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern zum gemütlichen "Treff am
Abdinghof" ein und hoffen auf gute ökumenische Begegnungen und natürlich auch auf
gutes Wetter.
Die Gemeinde informiert mit Informationsschriftenüber ihre vielfältigen Aktivitäten.
Foto: (v.r.n.l.) Küster Frank Schubert, Pfarrer Eckhard Düker und
Gemeindemitarbeiterin Gudrun Kunz laden zum Libori - "Treff am Abdinghof" ein.
Kirchenwächter am Abdinghof auf Klosterfahrt
Auf eine Reise in die Vergangenheit der Klöster begaben sich 45
ehrenamtliche Kirchenwächter und Gemeindeglieder vom Abdinghof. Gemeinsam mit Pfarrer
Eckhard Düker besichtigten sie das Westwerk und die Klosterkirche in Corvey. Das Westwerk
als das einzige erhaltene Bauwerk aus mittelalterlicher Zeit diente in Corvey insbesondere
als Pilgerstätte für die Verehrung der Reliquien und als Kaiserkirche. Die heutige
barocke Ausstattung der Klosterkirche wurde durch ein kleines Orgelkonzert der ehemaligen
Abdinghofkantorin KMD Adelheid van der Kooi-Wolf an der historischen Orgel besonders
lebendig. Anschließend besichtigten die Kirchenwächter das ehemalige Kloster Bursfelde,
das heute der evangelischen Kirche von Hannover als Einkehr- und Tagungsstätte dient. Aus
diesem Kloster entstand im 14. Jahrhundert eine Reformbewegung, die auch das damalige
Abdinghofkloster erfasste. Noch heute sind Teile der ursprünglichen Ausmalungen der
Kirche in Bursfelde zu erkennen. Vor dem geistigen Auge konnten so Vergleiche zum
ehemaligen Abdinghofkloster gezogen werden.
In die unmittelbare Vergangenheit des Abdinghofes führte der Besuch der katholischen Dorfkirche in Natzungen, die im Jahr 1807 den barocken Hauptaltar der säkularisierten Abdinghofkirche praktisch kostenfrei erhalten hatte. Dieser von Georg Philipp Brüll geschaffene holzgeschnitzte Altar trägt ein Altarbild von Johann Georg Rudolphi über die Anbetung der Heiligen Drei Könige in sich. Deutlich erkennbar ist auch der Bezug zu den Aposteln Petrus und Paulus. Am Ende des Tages zog Pfarrer Düker ein positives Fazit: Auf dieser Fahrt ist das Verständnis für die Vergangenheit unserer eigenen Abdinghofkirche weiter gewachsen und kann so auch den zahlreichen Besuchern unserer Kirche vermittelt werden
FOTOAUSSTELLUNG in der Abdinghofkirche
Synagogen, Schnittpunkt jüdischen Lebens
Ein Haus zum Beten, Versammeln und Lernen
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Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens: Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Sara-Ruth Schumann, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg und Brigitte Lutz, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, (von links) wünschen sich viele Besucher für die Ausstellung in der Abdinghofkirche. |
Eine Ausstellung über Synagogen in einer christlichen
Kirche fordert zum Nachdenken auf. Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den
Religionen, über Geschichte und Gegenwart jüdischen Glaubens. Entsprechend viele
interessierte Fragen stellten die Besucher bei der Ausstellungseröffnung in der
Abdinghofkirche.
Seit über 2200 Jahren, schon seit den Zeiten des Zweiten Tempels in Jerusalem, dient die
Synagoge den jüdischen Gemeinden als Zentrum religiösen Lebens. Sie ist kultureller und
gesellschaftlicher Mittelpunkt und kein reiner Sakralbau, denn in ihr finden nicht nur
Gottesdienste statt. Für das Gemeindeleben sind Beten, Versammeln und Lernen von
Bedeutung. Wichtig ist, dass es eine Torarolle und einen Raum gibt. Nicht die Architektur
des Gebäudes zählt, erläuterte Sara-Ruth Schumann, Vorsitzende der Jüdischen
Gemeinde zu Oldenburg in ihrer Einführung.
Eingeladen hatten als Veranstalter die Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit, die Gesellschaft zur Förderung des Jenny-Aloni-Archivs und die
Evangelische Abdinghofgemeinde. Prof. Dr. Hubert Frankemölle, Vorsitzender der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, dankte der Abdinghofgemeinde für
die Bereitschaft, die Ausstellung zu zeigen. Pfarrer Dr. Eckhard Düker sieht sie als
Möglichkeit, sich der eigenen Wurzeln zu vergewissern.
Die Fotoausstellung des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten zeigt die rituellen
Gegenstände, über die eine Synagoge verfügen muss und beschreibt Ämter, wie die des
Rabbiners und des Kantors. Die Baugeschichte reicht von der Antike bis heute. Zu sehen
sind einfache Landsynagogen aus Fachwerk ebenso wie die Prachtbauten des 19. Jahrhunderts
im orientalischen Stil, darunter auch Gebäude aus Westfalen und dem Paderborner Raum.
Bilder der zerstörten Synagogen nach der Reichspogromnacht 1938 erinnern an Verfolgung
und Vernichtung. Die Bauten nach 1945 zeigen den Neubeginn, den Versuch, nach der Shoa
wieder jüdisches Leben in Deutschland aufzubauen.
Zur Zeit lebten in Deutschland 120.000 Menschen jüdischen Glaubens in 83 Gemeinden,
betreut von 20 Rabbinern, Gottesdienste fänden teilweise nur alle zwei Wochen statt,
umriss Sara-Ruth Schumann die aktuelle Situation. Von dem, was Synagoge sein sollte,
nämlich tägliches jüdisches Leben, davon sind wir hier weit entfernt. Das wird noch ein
bis zwei Generationen dauern, so Schumann weiter.
Für Gruppen und Schulklassen werden Führungen durch die Ausstellung angeboten. Darüber
hinaus gibt es Material für die Klassen 5 bis 8, mit dessen Hilfe Lehrer und Schüler die
Ausstellung nach Terminabsprache auch ohne Führung besuchen können. Anmeldungen und
Bestellungen nimmt Brigitte Lutz, Geschäftsführerin der Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, entgegen: Telefon (05250) 9369515, E-Mail gcjzpb@aol.com.
Die Ausstellung ist bis zum 20. Juli in der Abdinghofkirche zu sehen und täglich von 11
bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen finden bis zum 10. Juli jeden Samstag um 11
Uhr statt.
Die Synagoge gegenüber der Paderborner Busdorfkirche wurde 1882 eingeweiht und
1938 zerstört.
© Ev. Kirchenkreis Paderborn 31.01.05
Präses der Evangelischen Landeskirche Alfred Buß
in Paderborn
Gemeinsam legen Superintendentin Anke Schröder und Präses Alfred Buß letzte Hand an: Ausgewiesen durch das neue landeskirchliche Signet, soll die Paderborner Abdinghofkirche von jetzt an eine für Besucher verlässlich geöffnete Kirche sein. Gemeindepfarrer Eckhard Düker (rechts) lädt täglich von 11 bis 18 Uhr zum Besuch in das Gotteshaus. |
Gottes Geist öffnet Türen und Herzen Paderborn (ekp) - Mehr und mehr evangelische Kirchen in Deutschland
öffnen außerhalb der Gottesdienstzeiten ihre Türen. Seit nunmehr acht Jahren tut dies
auch die Paderborner Abdinghofkirche - rund 12 000 Besucher jährlich zieht es seitdem in
die Abteikirche aus dem 11. Jahrhundert. Am Sonntag erhielt die Abdinghofkirche durch
Präses Alfred Buß als erstes Gotteshaus der Evangelischen Kirche von Westfalen ein
Signet verliehen, das sie als "verlässlich geöffnete Kirche" ausweist. Weitere
12 Kirchen in Westfalen sind für das Signet vorgesehen. |
Miserikordias Domini
Sonntag 25. April 10:00 Uhr Konfirmation
Pfr. Dr. Eckhard Düker
Max Alderton Katharina Brown Lara Döding Amalia Edich Jenny Fink Lisa Höveler |
Florian Kerstein Charlotte Krug Valerian Leifeld Clara Sievert Lena Steinbeck Dorit Wachter |
Lena Bokelmann Ricarda Bunte Maximilian Düring Saskia Eulitz Lara Herrmann Olga Jordan |
Jana Kerstein Henrik Krumbeck Patrick Libke Mascha Simon Lara Stöppel Melanie Wigge |
Pfr. i.R. Ulrich Johannsen 75 Jahre
Am Sonntag, den 14. März feierte Pfr. i. R. Ulrich Johannsen seinen 75
Geburtstags zusammen mit seiner Familie und vielen, vielen Gemeindemitglieder. Es begann
mit dem sonntäglichen Gottesdienst, in dem Pfr. Johannsen die Predigt hielt und zusammen
mit dem jetzigen Pfarrer am Abdinghof Dr. Eckhard Düker die Feier des Hl. Abenmahls
zelebrierte. Der Gottesdienst wurde musikalisch von dem Bläserkreis am Abdinghof
mitgestaltet.
Beim anschließenden Geburtstagsessen im Paul-Gerhardt-Haus konnte Pfr.
Johannsen einen großen Freundeskreis aus den Gemeinden in und um Paderborn begrüßen.
Dazu gehörten selbstverständlich auch Vertreter und Amtsbrüder der katholischen
Nachbargemeinden mit denen Pfr. Johannsen schon seit langem eine gute Freundschaft pflegt.
Namentlich gedachte Pfr. Johannsen einiger Wegbegleiter aus seiner Tätigkeit am
Abdinghof, die nicht mehr unter uns weilen.
Der jetzige Pfarrer am Abdinghof Dr. Düker begrüßte Pfr. Johannsen als seinen
Vor-Vorgänger, und wünschte ihm Gottes Segen für seinen weiteren Lebensweg.
:Links: Pfr. Dr. Düker, rechts: Vorgänger Pfr. Jäger, Mitte: Vor-VorgängerPfr.
Johannsen.
Unterschriften für Volksinitiative
Absicherungen der Kinder- und Jugendarbeit gefordert
Mitglieder des Presbyteriums der Ev.-Lutherischen Kirchengemeinden Paderborn
und Schloß Neuhaus trafen sich vor der Stadtverwaltung , um gemeinsam ihre Unterschriften
für die Volksinitiative "Jugend braucht Zukunft" zu leisten. Hintergrund sind
die vom Land Nordrhein-Westfalen angekündigten Kürzungen für den Bereich der Offenen
Arbeit. Ursprünglich sollten 18 Millionen Euro eingespart werden. Dies würde für viele
der rund 1.000 Einrichtungen das Aus bedeuten. Die Arbeitsgemeinschaft Haus der Offenen
Türen in NRW, AGOT-NRW genannt, ein Zusammenschluß aus Vertretungen der Offenen Arbeit
der evangelischen und katholischen Kirche und des Falken Bildungswerkes hat die
Volksinitiative ins Leben gerufen. Das Ziel ist die gesetzliche Absicherung der
öffentlichen Förderung der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit. Die
Volksinitiative ist ein neues, erst seit 2002 in NRW vom Gesetzgeber eingerichtetes
Instrument der Bürgerbeteiligung und politischen Willensbildung. Für den Antrag zur
Volksinitiative sind 10.000 Unterschriften erforderlich, die bereits am 17. September
vorgelegt wurden. Die landesweite, in allen Städten, Kreisen und Gemeinden NRWs
stattfindende Unterschriftenaktion hat am 27. November begonnen und endet am 27. Januar.
Die Unterschriften können zu den üblichen Geschäftszeiten der Stadtverwaltung geleistet
werden. Dazu ist der Personalausweis erforderlich, berechtigt sind alle wahlberechtigten
Bürger über18 Jahre. Wenn mindestens 66.000 Unterschriften, d.h. 0,5 % der
Wahlberechtigten unterschrieben haben, muß sich der Landtag innerhalb von 6 Monaten mit
dem Thema beschäftigen und zu einem Beschluß kommen. In Paderborn liegen die Listen im
Einwohnermeldeamt zu den üblichen Geschäftszeiten aus, in Schloß Neuhaus im
Bürgerservice, in Elsen in der Verwaltungsnebenstelle und in Borchen im Bürgerbüro des
Rathauses. Darüber hinaus kann am Sonntag von 10-12 Uhr im Briefwahlamt Paderborn und in
Borchen von 11-12 im Rathaus die Unterschrift geleistet werden. Der Vorsitzende der
Ev.-Luth. Kirchengemeinde Paderborn, Pfarrer Dr. Eckhard Düker, wirbt um eine rege
Bürgerbeteiligung: "Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein fester Bestandteil in
unseren Gemeinden. Sie wird nach dem Willen unserer Verfassung auch stellvertretend für
den Staat ausgeführt. Ohne eine verlässliche rechtsverbindliche öffentliche Förderung
sind viele Angebote der offenen Jugendarbeit jedoch akut gefährdet. Jugend braucht
Zukunft und die Jugendlichen brauchen unsere Unterstützung."
Presbyter(innen) und Pfarrer(innen) aus Paderborn werben für die
Beteiligung an der Volksinitiative Jugend braucht Zukunft. In der Mitte (vorn) der
Vorsitzende des Presbyteriums, Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof.